2008 08
Mrz

Andrea Ypsilanti als Bauernopfer für Kurt Beck?

Wann immer man glaubt, das lächerliche Schauspiel um den Flirt der (hessichen) SPD mit der Linkspartei könne kaum noch skurriler werden, schafft es einer der Protagonisten, noch eins oben draufzusetzen. Hauptdarsteller der jüngsten Episode ist SPD-Fraktionschef Peter Struck. Gegenüber der WELT sagte Struck:

“Die Entscheidung Andrea Ypsilantis für eine Tolerierung durch die Linke haben weder Kurt Beck, seine Stellvertreter Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück noch ich begrüßt. Diese Entscheidung war kontraproduktiv zu dem, was wir in Bezug auf die Linken auf der Bundesebene planen.”

Äh, wie bitte? War es nicht Kurt Beck, der kurz der Hamburg-Wahl die Option einer Tolerierung durch DIE LINKE in Hessen erstmal öffentlich artikuliert hat? War nicht er es, der sich in den folgenden Tagen demonstrativ hinter Andrea Ypsilanti gestellt hat? Steinmeier und Steinbrück, die sich in der Tat kritisch gegenüber der “Links-Option” geäussert hatten, müssen sich in diesem Zusammenhang schon beinahe verschaukelt vorkommen.

Strucks Versuch, Schaden von SPD-Parteichef Kurt Beck abzuwenden, in allen Ehren - aber so doof ist die Bevölkerung nun wirklich nicht. Nicht mal die SPD-Wähler.