2008 20
Mrz

Klaus Wowereit im Cicero-Interview

Kaum von Peter Struck als SPD-Kanzlerkandidat für 2009 ausgeschlossen, gibt Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit in der April-Ausgabe der (überaus empfehlenswerten!) Zeitschrift Cicero einige Statements zum Besten, die der Erwähnung (und einer kurzen Übersetzung ins Deutsche <g>) bedürfen:

“Frau Ypsilanti hatte eine Öffnung hin zur Linkspartei eingeleitet, aber es hat sich gezeigt: So leicht wie gedacht geht es nicht.”

Zu Deutsch: Die Zusammenarbeit mit der Linkspartei ist ok, man muss es nur geschickter anstellen.

“Nein, ein Tabu zum Beispiel muss es weiter geben. Die SPD könnte nie mit Rechtsradikalen zusammengehen. Aber ansonsten müssen wir uns alle Optionen offenhalten.”

Zu Deutsch: Die Zusammenarbeit mit der Linkspartei ist ok. Und während die Rechtspopulisten ganz, ganz schlimm sind (was zutrifft), sind die Linkspopulisten im Grunde ganz knuddelige Demokraten, die voll auf dem Boden unserer Verfassun stehen.

“Wir sind noch nicht gewohnt, ein Fünf- oder sogar Sechs-Parteien-System zu haben. Die CDU ist da viel weiter als wir. Wer hätte noch vor kurzem geglaubt, dass sie einen Schulterschluss mit den Grünen sucht.”

Zu Deutsch: Wenn die CDU mit den Grünen spricht, kann die SPD auch mit der Linkspartei paktieren. Ist ja schließlich (in der Welt des Herrn Wowereit) eine Partei wie jede andere auch. Nur, dass die Linkspartei - zumindest in einzelnen Bundesländern - unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht. Und selbst Wowereits Chef Kurt Beck feststellt, dass die Positionen der Linkspartei unter anderem in Wirtschafts- und Außenpolitik vollständig indiskutabel sind.