2008 18
Mrz

Wolfgang Clement: “SPD in Auflösung begriffen”

Dass Wolfgang Clement eine - sagen wir mal - kritische Distanz zu seiner Partei pflegt, wissen wir spätestens seit seinem Boykottaufruf im Vorfeld der Hessenwahl. Jetzt meldet sich Clement in einem Artikel im Politmagazin Cicero zurück - wie gewohnt mit deutlichen Worten.

“Die älteste demokratische Partei unseres Landes scheint in Auflösung begriffen“, es gebe “historisch keine Parallele mit der (…) chaotischen Lage der SPD”. Die Partei treibe “orientierungs- und führungslos” dahin, die Lage der Sozialdemokratie sei “bitterernst“. Angefangen haben die Probleme der Partei, “seit sich die SPD in der Verantwortung von Kurt Beck von der Reformagenda des bis dato letzten sozialdemokratischen Kanzlers Gerhard Schröder absetzte und sich fast zeitgleich anschickte, der von Oskar Lafontaine zur Linken aufgemotzten ehemaligen PDS Tür und Tor zu öffnen.”

Was die meisten in der SPD leider noch immer nicht begreifen: Clement ist kein Feind der SPD - im Gegenteil. Wer Clement über die plakative Kritik hinaus ein wenig genauer zuhört, wird merken, dass der Ex-Minister sich große Sorgen um “seine” SPD macht und die direkte Kritik an Beck & Co. sein Versuch ist, die Partei wieder zur Vernunft zu bringen. Ob ihm das allerdings gelingt, ist mehr als fraglich.