2008
02
Apr
Franziska Drohsel trifft den Klassenfeind
In einem Gespräch mit der kapitalistischen Feindpresse dem Wirtschaftsmagazin Impulse konnte die Juso-Vorsitzende Franziska Drohsel kürzlich ihre Thesen mal wieder zum Besten geben.
Auf Anfeindungen gegen Unternehmer angesprochen, sagt Drohsel:
“Ich muss sagen, Unternehmer tun mir kein Stück leid. Die von Ihnen beschriebene Ausgrenzung kann ich nicht erkennen. Und schließlich haben Sie sich freiwillig für diesen Job entschieden. So schlecht scheinen die Bedingungen hierzulande dann doch nicht zu sein.”
Noch nicht, Frau Drohsel. Aber wir sind sicher, Sie tun Ihr Bestes, um das schnellstmöglich zu ändern. Da kann so ein bisschen Klassenkampf ja nicht schaden:
“Der Interessengegensatz zwischen Unternehmer und Arbeitnehmer kann nicht wegdiskutiert werden.”
Ah, ja. Die Funktionsprinzipien des Marktes scheint Frau Drohsel jedenfalls nicht verstanden zu haben:
“Herr Rösler glaubt: Der Markt gäbe jedem, was er verdient. Aber wie viel größer ist die Leistung eines Managers gegenüber der einer Reinigungskraft? Die Arbeitnehmer mit Niedriglöhnen sind weder faul noch überflüssig - trotzdem vermittelt ihnen ihr Gehaltsscheck genau diese Botschaft.”
Liebe Frau Drohsel, der Markt ist nicht immer effizient, keine Frage. So kann man sich ja durchaus zu Recht fragen, ob so mancher Manager sein Geld wert ist. Aber das ist nicht ihr Problem. Genausowenig, wie der Staat die Preise für Brot, Fernseher oder Autos festsetzt, ist es seine Aufgabe, den “Wert” von Arbeit zu bestimmen und Löhne zu diktieren. Schon mal was von Subsidiarität gehört?
Es steht zu befürchten, dass dieses Prinzip nicht zur Gedankenwelt von Frau Drohsel gehört. Wo immer es Defizite gibt (so z.B. im Bildungsbereich), muss einfach nur mehr Staat her und alles wird gut. Das Geld dafür kann man sich einfach bei denen holen, die ohnehin schon einen Großteil zur Finanzierung unseres Gemeinwesens beitragen:
“Die Absenkung des Spitzensteuersatzes durch Rot-Grün von 53 auf 42 Prozent kostet den Staat jährlich elf bis 13 Milliarden Euro, die sonst in Bildung fließen könnten. Hier sollten wir ansetzen.”
Wieso übrigens nur 53 Prozent? Ihre Gesinnungsgenossen von ATTAC fordern gerade in Österreich einen Spitzensteuersatz von 60 Prozent.

