2008 24
Mai

Andrea Nahles, die “heimliche SPD-Vorsitzende”

In einem Artikel zur erneuten Kandidatur von Bundespräsident Horst Köhler findet die FAZ deutliche Worte zur Rolle von Andrea Nahles bei der Nominierung von Gesine Schwan als Gegenkandidatin der SPD. Andrea Nahles, die “heimliche SPD-Vorsitzende“, bereite “die SPD und die Öffentlichkeit auf die Zusammenarbeit mit der Linkspartei auch im Bund” vor. Einen weiteren Autoritätsverfall des Parteivorsitzenden Kurt Beck nehme sie dabei in Kauf - das “scherte Frau Nahles schon bei seinem Vorgänger Müntefering nicht”.

Weiter schreibt die FAZ über Nahles:

“Sie und der linke Flügel gießen das Fundament für ein rot-rot-grünes Bündnis. Die Aufstellung von Frau Schwan ist eine Kriegserklärung an Union und FDP, eine Absage an die Fortsetzung der großen Koalition und ein Angebot an Grüne und Linkspartei. (…) Frau Nahles ist noch nicht einmal darauf angewiesen, dass Frau Schwan zur Bundespräsidentin gewählt würde. Für die SPD-Linke wäre es schon ein Erfolg, ein solches Linksbündnis in der Bundesversammlung geschmiedet zu haben. Beck aber hätte sich abermals, wie schon von Frau Ypsilanti, nach links treiben lassen. Verlierer wären auch seine Stellvertreter Steinmeier und Steinbrück, deren Aufbegehren gegen die Linksverschiebung der SPD bisher nur Hinterzimmer erbeben ließ. (…)

Köhlers Chancen stünden auch dann nicht schlecht, falls Frau Schwan abermals gegen ihn antreten sollte. Ob die Professorin, die nicht als Fürsprecherin der Linkspartei bekannt ist, der SPD und sich selbst damit einen Gefallen täte, ist eine andere Frage.”