2008
20
Mai
Kurt Beck: Schlechter geht immer
Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul trifft den Dalai Lama - ohne dies vorher mit Kurt Beck abzustimmen. Beck reagiert gereizt: “Ich gehe davon aus, dass sich so ein unabgestimmtes Verhalten nicht mehr wiederholt.” SPD-Vizeparteichefin Andrea Nahles bringt Gesine Schwan als SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten ins Spiel - gegen Becks Willen.
Interessant: Sowohl Wieczorek-Zeul als auch Nahles sind Anhänger der Parteilinken, deren Positionen Beck bis dato gegen den Widerstand des konservativen Parteiflügels um Steinmeier und Steinbrück verteidigt hat. Dabei sind weder Wieczorek-Zeul noch Nahles wirklich “Beck-Fans”. So schreibt der SPIEGEL: “Andrea Nahles aber sang das Lied des Kurt Beck unverdrossen, was stets in der Nähe der Realsatire spielte, wenn man sich erinnerte, was die Rheinland-Pfälzer Beck und Nahles über die Jahre voneinander gehalten hatten.”
Derweit rutscht Beck in den Umfragen noch weiter ab - gerade mal 11 Prozent der Deutschen wünschen sich Beck als Bundeskanzler, nochmals zwei Prozent weniger als in der Vorwoche. Selbst die sonst eher SPD-freundliche Frankfurter Rundschau schreibt: “Knapp 16 Monate vor der Bundestagswahl gibt die SPD nach außen ein grottenschlechtes Bild ab und ist, was viel schwerer wiegt, intern völlig zerstritten. Der Partei fehlt es im Moment an einer Führung, die ihr Orientierung gibt und - am wichtigsten - den Glauben, aus eigener Kraft noch aus dem Tief herauszufinden.”
So langsam dürfte wohl auch Kurt Beck aufgehen, dass er für die Parteilinke kaum mehr als der “nützliche Idiot” war. Beck ist angezählt - ein “technisches K.O.” ist wahrscheinlicher denn je.

