2008 07
Sep

Andrea Ypsilanti und der Wählerwillen

Eine von Infratest dimap im Auftrag der ARD und des Hessischen Rundfunks durchgeführte Umfrage kommt zu ernüchternden Ergebnissen: Wären heute Wahlen in Hessen, ergäbe sich eine klare Mehrheit für Schwarz-Gelb, wohingegen die SPD mit massiven Stimmenverlusten rechnen müsste. Die von Andrea Ypsilanti immer wieder beschworene linke Mehrheit gibt es in Hessen schon lange nicht mehr.

Konkret sehen die Umfrageergebnisse wie folgt aus:

CDU: 39 Prozent (+2,8 Prozent)

SPD: 28 Prozent (-8,7 Prozent)

FDP: 12 Prozent (+2,6 Prozent)

Grüne: 11 Prozent (+3,5 Prozent)

Linkspartei: 7 Prozent (+1,9 Prozent)

Neben Verschiebungen innerhalb des “linken Lagers” weg von der SPD hin zu Grünen und Linkspartei sind die Gewinne für CDU und FDP insofern bezeichnend, als dass sie in etwa das Potential jener Wähler beschreiben, die eine moderate SPD zu wählen bereit sind, aber keinesfalls einen “Links-Außen-Kurs” in Zusammenarbeit mit der Linkspartei unterstützen würden.

Insofern bestätigt diese Umfrage einmal mehr, dass die jetzige Sitzverteilung im Hessichen Landtag unter anderem darauf zurückzuführen ist, dass Andrea Ypsilanti vor der Wahl jegliche Zusammenarbeit mit der Linkspartei kategorisch ausgeschlossen hat. Wenn Ypsilanti heute Neuwahlen verweigert, ist das nicht nur ein Zeichen von Feigheit sondern auch eine grobe Missachtung jenes Wählerwillens, auf den sie sich in scheinheiliger Weise immer wieder beruft.

57 Prozent der Hessen sprechen sich übrigens für Neuwahlen aus - also eine klare Mehrheit, die klar über die Anhänger des bürgerlichen Lagers hinausgeht. Noch deutlicher ist die explizite Ablehnung eines rot-rot-grünen Regierungsbündnisses: Sage und schreibe 72 Prozent der Hessen sind gegen die Wahl von Andrea Ypsilanti mit Hilfe der Linkspartei - und damit auch ein substanzieller Anteil der linken Wähler.

Schlussendlich sprechen auch die persönlichen Umfragewerte von Andrea Ypsilanti eine klare Sprache: Waren vor der Wahl noch 56 Prozent der Hessen mit der Arbeit von Frau Ypsilanti zufrieden, sind es heute gerade noch 25 Prozent, während 70 Prozent mit Ypsilanti weniger oder gar nicht zufrieden sind.