2009
14
Feb
Ohne “Walter” ins Kanzleramt!
Ham Se’s gemerkt? Bundesaußenminister und SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier heißt plötzlich nicht mehr “Frank-Walter” sondern nur noch “Frank”. Ein geradezu brillanter Schachzug der SPD: Durch eine simple Namensänderung schaffen es die Sozis jetzt direkt aus dem Umfragetief ins Kanzleramt!
Was hat man sich im Willy-Brandt-Haus nur bei dieser Namensänderung gedacht? Hier einige Erklärungsversuche:
These #1: Viele Deutsche haben Steinmeiers Namen zwar irgendwie schon mal gehört und kennen auch sein Gesicht, so richtig Profil hat der Mann bis dato aber nicht gezeigt. Und jetzt in der Finanzkrise dreht sich ohnehin alles um Merkel und Steinbrück. Na gut, wenn man jetzt sowieso fast von Null anfängt, den Kandidaten aufzubauen, dann kann man ihm auch einen vernünftigen Vornamen geben.
These #2: Helmut Schmidt, Helmut Kohl, Gerhard Schröder, Angela Merkel - merken Sie was? Ein deutscher Bundeskanzler hat einfach keinen zweiten Vornamen. Na gut, der Kiesinger hieß “Kurt-Georg”, aber war schließlich Nazi und wurde von Willy Brandt aus dem Amt befördert, kann also kein Vorbild für die Sozialdemokraten sein.
These #3: Zwei Vornamen sind ein Luxus, der in einem ordentlichen Sozi-Haushalt eigentlich nicht vorkommen sollte. Frei nach dem Motto: “Meine Eltern waren arm, die konnten sich keinen zweiten Vornamen leisten.” Fehlte gerade noch, dass einer mit Adelstitel bei den Sozis Karriere macht. Solche Leute gehören in die FDP oder die Union, nicht wahr, Herr Karl-Theodor zu Guttenberg?!
These #4: Neuer Name, neue Brille, verballe Attacken gegen die Kanzlerin - das hat System: Durch Änderungen an allen Fronten will sich Steinmeier von seinem blassen “Alter Ego” distanzieren. Der Frank-Walter, der monatelang geschwiegen hat, als Beck den Karren SPD in den Dreck fuhr - das war gestern, bei der Bundestagswahl kandidiert der Frank.
These #5: Der Doppelname ist Zeichen einer gespalteten Persönlichkeit - und das will die SPD vor der Öffentlichkeit unbedingt verheimlichen. Gut, ein wenig Schiziphrenie hat einem SPD-Funktionär noch nie geschadet, aber es muss sich ja nicht schon im Namen manifestieren.
Apropos “zum Brüllen komisch” (ok, das war jetzt wirklich eine etwas plumpe Überleitung): Die ansonsten nicht gerade für Humor bekannte Union hat die “Namenskastration” des SPD-Kanzlerkandidaten gleich dankbar aufgegriffen: “Ohne Mitte fehlt Dir was” soll auf einem Plakat stehen, auf dem aus dem Namen des SPD-Kanzlerkanidaten das “Walter” in der Mitte herausbricht.
Achja, im Web heißt der Kandidat noch immer “Frank-Walter Steinmeier” und ist unter www.frank-walter-steinmeier.de zu finden. Die Domain frank-steinmeier.de gehört derweil einer Firma in Köln, die diese jedoch zu verkaufen beabsichtigt. Mal gucken, ob sich die SPD das jetzt noch leisten kann.

