2009 28
Jul

Ulla Schmidt tritt zurück

Zugegeben, mit dieser Meldung sind wir unserer Zeit wahrscheinlich ein wenig voraus. Aber wohl nur um einige Tage. Noch gibt es keine Rücktrittsmeldung, wohl aber immer mehr Rücktrittsforderungen. Um es mit einem Parteikollegen von Ulla Schmidt zu sagen: “Und das ist auch gut so!”

Die Fakten von Ullas Dienstwagenaffäre sind ja nun hinreichend bekannt. Dennoch bleiben eine Reihe von Fragen offen:

Zunächst einmal stellt sich die ganz offensichtliche Frage, welche Termine genau Frau Schmidt denn in Spanien dienstlich wahrgenommen hat. Das, was dazu bisher öffentlich verlautbart wurde, klingt so lächerlich, dass ich mich Frage, ob die Journalisten beim Verfassen der entsprechenden Meldungen vor Lachen auf dem Boden lagen - oder so verblödet / gleichgeschaltet sind, dass ihnen nicht einmal mehr auffällt, wie albern ein Vortrag einer deutschen Ministerin in einem spanischen Provinzkaff als Vorwand für die Dienstwagennutzung auf den deutschen Steuerzahler wirken muss.

Weiter: Wie dumm, dreist oder auch dummdreist muss man eigentlich sein, um diese Form der privaten Dienstwagennutzung als das Selbstverständlichste der Welt darzustellen? Ulla Schmidt ist schon in der Vergangenheit nicht gerade durch Intelligenz oder besonderes diplomatisches Feingefühl aufgefallen. Im Gegenteil: Sie hat sich viele Feinde gemacht, nicht zuletzt durch eine gewisse Heimtücke. Kein Wunder, dass viele es als schiere Provokation empfinden, wenn Schmidt die Dienstwagenaffäre jetzt zum “Sommer-Theater” herunterzuspielen versucht.

Ist es Zufall, dass gerade Ulla Schmidts Dienstwagen in einer solch heiklen Situation gestohlen wird? Seien wir ehrlich: Mit ihrer Politik hat sich Schmidt soviele Feinde gemacht, dass es ohne weiteres vorstellbar ist, dass “interessierte Kreise” ein paar Zehntausend Euro zusammenkratzen, um einen solchen Diebstahl zu inszenieren. Dass die Wohnung des Fahrers nicht einmal aufgebrochen werden musste, sondern die Tür “zum Lüften” einfach offenstand, trägt nicht gerade dazu bei, solche Spekulationen zu entkräften. Wie auch immer: Normalerweise ein Grund zur Aufregung, im Falle Ulla Schmidt würde ich ein solches Vorgehen jedoch eindeutig nur Nothilfe gedeckt sehen. :o)

Was ich mich schlussendlich auch frage: Ulla Schmidt ist geschieden. Über ihr Privatleben ist wenig bekannt, über einen Lebensgefährten konnten wir nichts finden. Nun fährt sie mit ihrem Fahrer und dessen Sohn (!) in den Urlaub. Sind wir die einzigen, die sich jetzt fragen, ob da vielleicht etwas mehr dahinter steckt. Vielleicht handelt es sich bei dieser Affäre ja nicht nur um eine Dienstwagenaffäre …

Nachtrag: Auch BILD fragt mittlerweile “Warum sieht sie (Ulla Schmidt) plötzlich so gut aus?”. Tja, warum wohl? Vielleicht ein neuer Mann in ihrem Leben? Oder die Aussicht, den stressigen Job endlich los zu sein und sich über eine satte Pension zu freuen? Oder einfach nur eine Kombination aus Selbstherrlichkeit und Ignoranz, die sie glauben lässt, diesen Skandal unbeschadet zu überstehen?